Schritt 3: Arbeitsstoff-/Gefahrstoffverzeichnis anlegen
Wie lege ich ein Arbeitsstoff-/Gefahrstoffverzeichnis an?

Ein Gefahrstoffverzeichnis oder -kataster informiert auf einen Blick über alle Gefahrstoffe in ihrem Betrieb - ihre Mengen, Gefährdungsgrade und Verwendungen. Es muss geführt werden, wenn Stoffe vorhanden sind, die eine Gefahr für die Beschäftigten darstellen.
Ein Gefahrstoffverzeichnis muss mindestens folgende Angaben enthalten:
- Bezeichnung des Gefahrstoffes (Zu finden unter der Nummer 1 des Sicherheitsdatenblattes),
- Einstufung des Gefahrstoffes oder Angabe der gefährlichen Eigenschaften (Nummer 15 des Sicherheitsdatenblattes),
- Mengenbereiche des Gefahrstoffes im Betrieb (Ungefähre Angaben in Liter/Woche, kg/Monat oder Liter/Jahr sind hier ausreichend),
- Arbeitsbereiche, in denen mit dem Gefahrstoff umgegangen wird (Angabe der Arbeiten, die mit diesem Mittel durchgeführt werden).
Tipp:
Sinnvollerweise sollte im Betrieb zunächst eine umfassende Auflistung aller verwendeten Arbeitsstoffe erstellt werden um in einem zweiten Schritt zu entscheiden, ob es sich bei dem jeweiligen Arbeitsstoff im Hinblick auf den vorgesehenen Umgang um einen Gefahrstoff handelt. Zu den Arbeitsstoffen zählen alle Einsatzstoffe, Hilfsstoffe, Zwischenprodukte, Abfälle, Endprodukte etc.Diese Arbeitsstoffliste dient nicht nur zur Vorbereitung des Gefahrstoffverzeichnisses, sondern kann auch
- einen Überblick über die Gesamtheit der im Betrieb vorhandenen Stoffe geben
- zur Verringerung der Zahl der verwendeten Arbeitsstoffe beitragen (z.B. wenn für einen Verwendungszweck mehrere Arbeitsstoffe eingesetzt werden)
- zum Auffinden und Ausmustern von Restbeständen führen
und somit insgesamt helfen, Kosten zu sparen.
Im folgenden finden Sie zwei Möglichkeiten dafür, wie Sie ein Arbeitsstoff-/Gefahrstoffverzeichnis anlegen und führen können.
1. Sammlung von Sicherheitsdatenblättern

Sie können das Arbeitsstoff-/ Gefahrstoffverzeichnis in Form einer Sammlung Ihrer Sicherheitsdatenblätter führen. Legen Sie einen Ordner an, den Sie nach Arbeitsbereichen (z.B. Lagerung, Grundreiniger, Desinfektionsreiniger) unterteilen. In diesen Ordnern fügen Sie die Sicherheitsdatenblätter ein und tragen auf einem Deckblatt in ein Blanko-Verzeichnis die entsprechenden Angaben ein. Ein solches Blanko-Verzeichnis finden sie unter
Vorlagen.
2. WINGIS-Gefahrstoffverzeichnis
Es ist auch möglich, das speziell für die Bau-Branche erstellte EDV-Programm WINGIS zu nutzen. WINGIS gibt es in Form einer CD-ROM, die für Mitgliedsbetriebe der Bau-Berufsgenossenschaften, also auch für Gebäudereinigungsunternehmen, kostenlos über die
Gisbau-Seiten online angefordert werden kann. Für diejenigen, die Informationen zu vielen Reinigungs-Chemikalien benötigen, ist der Einsatz der Gefahrstoff-Software WINGIS zu empfehlen. Die von GISBAU erarbeiteten verfahrens- und verwenderbezogenen Informationen können mit Hilfe dieses Gefahrstoff-Informationssystem unter Microsoft Windows auf einem Personalcomputer abgefragt und ausgedruckt werden.
Ein Beispiel, wie ein Gefahrstoffverzeichnis aussehen kann, haben wir für sie als Word- und Acrobat-Datei hier hinterlegt.

Ein Beispiel eines Gefahrstoffverzeichnisses als PDF-Datei.

Ein Beispiel eines Gefahrstoffverzeichnisses als Word-Datei.